Gestalten im Spannungsfeld

Von einer Saboteurin, ihrer Begleiterin, einer starken Gegenspielerin und Flow.

Vorhang auf

Ein Projekt betritt die Bühne.

intransparenz

Schwer angeschlagen wirkt das Projekt. Es steht gar nicht gut da, wankt.

Die Mitspieler sind sehr unzufrieden – Ihre Erwartungen an den Auftritt werden nicht erfüllt.

Auch das Publikum hatte sich die Aufführung ganz anders vorgestellt. Obwohl die Darsteller ihr Bestes geben, kommen laute Pfiffe. Was ist passiert?

Das Stück selbst, die Vision, war richtig spannend. Die Schauplätze waren bunt und vielfältig: Heterogene Systemlandschaften.

Es ging um dem Aufbau einer zentralen, webbasierten Plattform. Eine zentrale Datendrehscheibe. Für den Austausch von Produktionsdaten zwischen bundesweit vernetzten Partner-Unternehmen.

Im ersten Schritt sollte eine zentrale Abrechnung realisiert werden. Um anschließend die Möglichkeiten sukzessive, modular auszubauen.

Starke Antworten brauchte es: Auf die Herausforderungen des sich ständig verändernden Marktumfelds.

Am Ende des ersten Akts wurden die Pfiffe lauter und zahlreicher. Kulissen und Stück wirkten irgendwie nicht stimmig.
Das Projekt war von Szene zu Szene gestolpert. Die Hoffnung auf eine spannende Wendung ähnelte einem Luftschloss.

Rollenverteilung

Ein neuer Regisseur muss her.

Anforderungsanalyse

In dieser Situation wurde ich auf die Bühne gerufen. Kennen Sie die effektivste Saboteurin im Projektteam? Intransparenz. Besonders wohl fühlt sie sich an Schnittstellen.

Die bevorzugten Wirkungsfelder sind: Anforderungen, Zwischenergebnisse, Abstimmung und Struktur. Dort erscheint auch gerne die Fata Morgana ist doch alles klar. Um mit dem Stilmittel der Illusion für überraschende Wendungen zu sorgen.

Stärkster Gegenspieler der beiden ist Synergiedenken. Typisch – es bewirkt Flow:

Ein Zustand, in dem die Dinge wie von alleine vorankommen. Weil Flaschenhälse geweitet und beseitigt werden. Oder gar nicht erst entstehen.

Es braucht ein Umfeld für Entwicklung, ein Klima, in dem innovativ, keine Worthülse ist.

Ich schaute mir die Schnittstellen an. Die Saboteurin spielte ihre Hauptrolle sehr überzeugend.

Jede Systemlandschaft stellte der zentralen Plattform Daten bereit. Einen Schnappschuss, zwangsläufig eine Momentaufnahme. Deren Weiterverarbeitung durch das zentrale System war korrekt.

Aber die Ergebnisse – die Landkarten – wurden von den Benutzern nicht verstanden. Und die Fata Morgana konnte die Fehlersucher ins Labyrinth schicken.
Weil in den Landschaften die Daten weiterlebten, sich verändert und vermehrt hatten.

Zusätzlich war auch der Weg der Daten etwas steinig und mühsam – aber das Kernproblem war: Mangelnde Transparenz.

Mehr Synergie bitte!

Ich schrieb das Drehbuch um.

synergiedenken

Das Projekt braucht frischen Schwung. Dafür kamen Workshops auf die Bühne.

Zuschauer begannen, über Ihre wirklichen Bedürfnisse zu sprechen. Viele Dialoge drehten sich um Prozesse und den Teufel im Detail.

Es fehlte an Klarheit darüber, mit welcher Datenbasis das zentrale System arbeitet.

Externe Entwickler beleuchteten die Szene aus anderen Richtungen.
Dort, wo sich Kegel der Scheinwerfer trafen, entstanden neue Skizzen, Modelle, Spezifikationen und Prototypen.

Die Schnittstellen wurden völlig neu definiert:

Seither ist jederzeit transparent, welchen Datenstand die einzelnen Produktionssysteme übertragen haben. Und wie korrigiert, aktualisiert werden kann.

Das zentrale System war kein abstraktes Wesen mehr: Es bekam eine neue Benutzeroberfläche, mit der intuitiv und gerne gearbeitet wurde.

Dafür musste die Intransparenz ihre dominante Rolle aufgeben. Auch die Fata Morgana wurde immer seltener gesehen. Zugunsten des Synergiedenkens:

Die Anwender begannen, sich gegenseitig zu unterstützen, zu stärken. Aus Zuschauern waren Darsteller geworden.

Auch die Rolle der Entwickler hatte sich geändert: Denn sie verstanden nun im Detail, was sich die Mitspieler wirklich wünschen. Und konnten nun die Kulissen passend zum Stück bauen.

Der Regisseur sorgte dafür, dass es geordnet zuging. Nach Drehbuch. Änderungen und neue Ideen wurden strukturiert eingearbeitet. Die Proben liefen immer besser. Premiere.

Das Projekt stand strahlend auf der Bühne und verneigte sich vor der Transparenz. Es hatte einiges mitgemacht. Doch die Geschichte wurde ein großer Erfolg, die Aufführung war schließlich gelungen.

Zugabe! Spannende Fortsetzungen folgten – es ging um Weiterentwicklung und modularen Ausbau des Systems.

Die Rolle des Roten Fadens behielt dabei das Schnittstellen-Konzept. Und der Regisseur baute ein Werkzeug für die Transparenz.

Kontakt

Regisseur in Ihren Projekten.
Damit Synergiedenken die Hauptrolle spielt.

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